Maschinenbau: Silberstreif am Horizont
„Es geht mühevoll voran“, so Dr. Manfred Wittenstein auf der Jahrespressekonferenz des Verbands der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) in Frankfurt am Main. Zuvor hatte der Verbandspräsident einen Produktionsrückgang von 25% für das abgelaufene Jahr bekannt gegeben.
Die Spannbreite von –45% für Bau- und Baustoffmaschinen bis zu einem Plus von 32% bei den Hütten- und Walzeinrichtungen ist dabei jedoch gewaltig. Die Kapazitätsauslastung hat sich mittlerweile auf mehr als 70% eingependelt. Reduzierte Kapazitäten in den Unternehmen tragen dafür Sorge, dass die Auslastung nicht geringer ausfällt.
Maschinenbau-Orders seit langem wieder im Plus
Immerhin lag der Bestelleingang im Dezember 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat zum ersten Mal seit 15 Monaten wieder mit 8% im Plus. Die Impulse kamen ausschließlich aus dem Ausland.
Allerdings wirkt bei dem Anstieg auch ein statistischer Effekt: Der Dezember war der schwächste Ordermonat des Jahres 2008. Das aktuelle Bestellniveau liegt um ein Fünftel unter dem Durchschnitt des Zeitraums von 2004 bis 2008.
Stagnation im Maschinenbau erwartet
Für das laufende Jahr erwartet Wittenstein ein Produktions- und Umsatzvolumen in der Höhe des Jahres 2009.Aktuell sieht der VDMA-Präsident seine Mitgliedsunternehmen sogar erst „nahe am Tiefpunkt“. Einige bisher glimpflich davon gekommen Industriezweige dürfte die Krise Wittenstein zufolge erst im nächsten Jahr mit voller Wucht treffen
Zudem sei die Investitionsneigung der Kunden denkbar gering. Für Rationalisierungs- und Ersatzinvestitionen gebe es entweder zu wenig Bedarf oder sie würden wegen der verschlechterten Finanzierungsbedingungen erschwert. Und nicht zuletzt machten die in Zukunft steigenden Insolvenzzahlen und Kapazitätsstillegungen und das damit wachsende Angebot an Gebrauchtmaschinen die Investition in Neuprodukte unattraktiver.
